Thema Rassismus

Rassismus wurde in Deutschland lange tabuisiert. Gleiches gilt für seine Migrationsgeschichte vor dem 2. Weltkrieg und der Vernichtung und Verfolgung „nicht-arischer“ Volksgruppen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Migration stets als vorübergehendes Problem gesehen. Dadurch verfestigte sich eine Kultur des Wegschauens und der Ignoranz beim Thema Rassismus.

Rassismus bzw. rassistische Einstellungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Sie sind kein Randphänomen und nicht nur in einzelnen Gruppen sondern in allen Bevölkerungsschichten zu finden und strukturell verankert. Das Netz gegen Rassismus – für gleiche Rechte ist der Überzeugung, dass in Deutschland kein Platz ist für rassistische Ausgrenzung.

Die Organisationen des Netzes gegen Rassismus, für gleiche Rechte haben im Jahr 2000 einen ersten Aktionsplan gegen Rassismus verabschiedet. Dieser weist die rechtliche Gleichbehandlung, Bildung und Ausbildung, Arbeit und Beschäftigung, Akzeptanz und Zusammenleben, Vernetzung und Kampagnen als Handlungsfelder und den ‚Mainstreamingansatz’ als adäquate Strategie aus. Innerhalb der Themenbereiche wurden konkrete Vorschläge gemacht, welche Schritte unternommen werden sollten, um Rassismus zu bekämpfen oder gegenzusteuern.

Nach zehn Jahren wird mit dem zweiten Aktionsplan Bilanz gezogen. Dieser zielt darauf ab Handlungsansätze gegen Rassismus weiterzuentwickeln und konkrete Forderungen und Handlungsschritte zu formulieren. Er wird in Kürze auf dieser Internetseite erscheinen.

In Zusammenarbeit mit ENAR erstellen Mitgliedsorganisationen des Netzes gegen Rassismus seit 2003 Schattenberichte zu Rassismus in Deutschland, in dem Mechanismen der Ausgrenzung und Diskriminierung herausgearbeitet werden. Sie stellen ein Gegengewicht zur offiziellen staatlichen Berichterstattung dar.

Das Netz gegen Rassismus, bezieht bei Bundestagswahlen gegenüber den Parteien Position für einen Wahlkampf ohne rassistische Klischees und formulieren Anforderungen an die zukünftigen Bundesregierungen. Das Positionspapier wurde den im Bundestag vertretenen Parteien mit einer Bitte um Stellungnahmen zugeleitet. Die Reaktionen der Parteien wurden dann über die Organisationen des Netzes bekannt gemacht. Referenz?

Mitgliedsorganisationen des Netzes gegen Rassismus haben sich aktiv bei der Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban (Südafrika) im Jahre 2001 beteiligt. Ebenso haben sie im Rahmen des Durban-Folgeprozesses an der Erstellung des Nationalen Aktionsplanes mitgewirkt und kritisch Stellung bezogen